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Shopware-Shop · GTM-Setup

Wenn Analytics nur jede siebte Bestellung sieht — Conversion-Tracking saniert

Im Backend wurden 13 Bestellungen gezählt, in Google Analytics nur 2. Die Mess-Lücke lag bei rund 85 %. Diagnose des historisch gewachsenen Tag-Setups, Funnel-Events neu verkabelt, sauberer Datenstrom.

Backend

13

Bestellungen gestern

Wahrheit

GA4 sieht

2

Käufe gemessen

11 fehlen

85 % der Käufe nicht im Analytics — das System ist blind, Werbe-Budget wird auf Rauschen optimiert.

Funnel-Events erfasst
1 → 4 / 4
Begin-Checkout-Erfassung
+306 %
Diagnose zu Fix
< 1 Werktag
Doppel-Tagging entfernt
3 → 1

Die Ausgangslage. Ein Shopbetreiber meldet sich: die Zahlen in Google Analytics sehen seit Wochen schräg aus. Im Shopware-Backend wurden gestern 13 Bestellungen verbucht — in GA4 stehen nur 2. Über die ganze Woche zusammen: 30 Bestellungen im Backend, 19 in Analytics. Das Bauchgefühl-Verdacht: Analytics misst gar nicht alles, was bestellt wird. Wie groß die Lücke wirklich ist, weiß keiner — und ohne saubere Zahlen kann man auch keine Werbung optimieren oder Marketing-Budget verteilen. Jede Entscheidung passiert blind.

Die Detektivarbeit. Tracking-Probleme zeigen sich nie an einer einzigen Stelle. Wir haben drei Schichten parallel geprüft. Erstens: welche Tracking-Tags sind überhaupt aktiv? Eine Inspektion der ausgehenden Anfragen zeigte, dass parallel ein Google-Tag-Manager-Container und ein separates, direktes GA4-Snippet im Quellcode liefen — und zusätzlich eine alte, fremde Mess-ID, die nirgendwo verbunden war, aber trotzdem im Code stand. Doppel-Tagging ist ein klassisches Symptom historisch gewachsener Setups: irgendwann hat irgendwer mal etwas hinzugefügt, niemand hat das alte entfernt, und am Ende sendet die Seite Daten an drei verschiedene Töpfe. Zweitens: welche Events feuern eigentlich im Checkout? Im Browser-DataLayer lag `begin_checkout` sauber drin — `add_shipping_info`, `add_payment_info` und der wichtigste Event, `purchase`, fehlten komplett. Drittens: wie hoch ist die natürliche Mess-Lücke durch Consent-Defaults und AdBlocker? Mit Cookie-Banner-Default auf „abgelehnt" zählt Google nur einen anonymisierten Hit, kein Conversion-Event.

Vorher

Aktive Tracking-Tags

  • G-XXXXXXXX01tot
  • GTM-XXXXX02veraltet
  • G-XXXXXXXX03aktiv

Drei Tracking-Setups parallel im Code — historisch gewachsen, konkurrierende Datenströme.

Nachher

Aktive Tracking-Tags

  • G-XXXXXXXX03aktiv

Ein sauberer Stream über den GTM-Container. Doppel-Tagging und Fremd-IDs entfernt.

Drei Tracking-Tags parallel im Code — historisch gewachsen, konkurrierende Datenströme. Cleanup auf einen sauberen Stream.

Was tatsächlich kaputt war. Die Hauptursache war einfach erklärt: der `purchase`-Event wurde nirgendwo gefeuert. Shopware pusht standardmäßig nichts in den DataLayer auf der Bestellbestätigungs-Seite. Wenn niemand diesen Push manuell baut — was bei selbst-gebauten GTM-Setups oft vergessen wird — gibt es im Analytics einfach kein Bestellungs-Event. Die wenigen Käufe, die GA4 trotzdem sah, waren Edge-Cases: manuell ergänzte Events oder Cross-Page-Spillover aus anderen Events. Der allergrößte Teil der echten Käufe war analytisch unsichtbar, und niemand hatte es bisher bemerkt — weil die Diskrepanz zum Backend nie jemand systematisch geprüft hatte.

Vorher

  1. begin_checkout

    Kunde betritt Kasse

  2. add_shipping_info

    Versandart gewählt

  3. add_payment_info

    Zahlart gewählt

  4. purchase

    Bestellung abgeschlossen

Nur der Einstieg wird gemessen. Käufe und Zwischen-Schritte kommen im Analytics nie an.

Nachher

  1. begin_checkout

    Kunde betritt Kasse

  2. add_shipping_info

    Versandart gewählt

  3. add_payment_info

    Zahlart gewählt

  4. purchase

    Bestellung abgeschlossen

Vollständiger Funnel im Analytics: jeder Schritt mit korrekten Werten und Transaktions-IDs.

Im Funnel fehlten 3 von 4 Events. Käufe wurden gar nicht erst gemessen — keine Analyse-Grundlage für Werbung, Conversion-Optimierung oder A/B-Tests.

Die Reparatur, in drei Schritten. Erstens das Tag-Setup aufgeräumt: das alte, doppelte Tag-Snippet aus dem Code entfernt, die fremde Mess-ID gelöscht — ab sofort läuft ausschließlich der korrekte Stream über den GTM-Container. Ein sauberer Datenfluss statt drei konkurrierender. Zweitens die fehlenden Funnel-Events implementiert: bei jedem relevanten Checkout-Schritt — Versandauswahl, Zahlart, Bestellabschluss — wird jetzt ein passendes DataLayer-Event gepusht, mit korrekten Werten und Transaktions-IDs. Der wichtigste Event, `purchase` auf der Finish-Seite, kommt mit echter Order-ID, Wert in Euro, Steuersatz und allen einzelnen Items — also genau dem, was die Shopware-Datenbank ohnehin schon kennt. Drittens, als nächster Schritt in Vorbereitung: Server-Side-Tagging über das GA4-Measurement-Protocol. Damit landen auch PayPal-Redirect-Käufe und durch AdBlocker blockierte Hits zuverlässig in der Property — der Schritt, der die letzten 30 bis 40 % Mess-Lücke schließt.

Was sich verändert hat. Sobald die Funnel-Events sauber feuerten, wurde Google Analytics für diesen Shop überhaupt erst sinnvoll nutzbar. Die wichtigste Veränderung war keine einzelne Zahl, sondern dass `begin_checkout`, `add_payment_info` und `purchase` plötzlich als kontinuierlicher Trichter sichtbar wurden. Engagement-Werte stiegen begleitend deutlich — die durchschnittliche Sitzungsdauer fast verdoppelte sich, Views pro Sitzung legten um 49 % zu, Begin-Checkout-Events stiegen um 306 % (was zum Teil an besseren Produktseiten lag, zum Teil daran, dass diese Events jetzt überhaupt gemessen wurden). Eine seriöse Auswertung der Conversion-Rate-Veränderungen wird erst nach 2 bis 3 weiteren Wochen mit sauberem Tracking möglich sein — was eigentlich auch der Punkt ist.

Was Sie als Shop-Betreiber daraus mitnehmen können. Erstens: wenn Ihre Analytics-Zahlen verdächtig weit von Ihren Backend-Zahlen abweichen, ist das fast nie ein Mess-Problem im Sinne von „GA4 funktioniert nicht" — es ist meistens ein Implementierungs-Problem. Der `purchase`-Event ist bei vielen Shopware-Setups mit Custom-GTM einfach nicht implementiert, und keine Standard-Plugin-Konfiguration sagt Ihnen das. Zweitens: Doppel-Tagging ist häufiger als gedacht. Wenn historisch verschiedene Agenturen Tracking-Snippets ins Theme geschoben haben, läuft oft mehr im Code als jemand weiß. Eine 30-minütige Inspektion bringt das ans Licht. Drittens: Analytics-Daten sind die Grundlage für jede Marketing-Entscheidung — Werbe-Budgets, Conversion-Optimierung, A/B-Tests. Wer auf 15-%-Daten optimiert, optimiert auf Rauschen, nicht auf Signal.

Stack

Shopware 6Google Analytics 4Google Tag ManagerdataLayerMeasurement Protocol (in Vorbereitung)

Datenherkunft

Die Outcome-Zahlen stammen aus dem jeweiligen Analytics-Connector des Klienten und wurden vor Veröffentlichung freigegeben. Wo Kunden Diskretion wünschen, nennen wir nur Sektor und Größenordnung; wo sie freigeben, nennen wir Marke und Maßnahmen beim Namen. Weitere Referenzen und Kontaktbrücken im Kennenlern-Gespräch.

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